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Pressemeldungen

Donnerstag, 07 Januar 2021 17:47

Seligenstadt (PM vom 07.01.2021)

Jahresrückblick des Amtes für Soziale Infrastruktur

„Kontakte vermeiden ohne den Kontakt zu verlieren - eine besondere Herausforderung im Jahr 2020 für die soziale Arbeit, die im Wesentlichen von Beziehungsarbeit lebt“, resümiert Erster Stadtrat Michael Gerheim die vergangenen Monate aus Sicht des Amtes für Soziale Infrastruktur.

Diese besondere Herausforderung stemmten insgesamt 8 Mitarbeiter*innen mit Kreativität und Improvisationstalent rund um folgende Aufgabenbereiche: Kinder- und Jugendbüro, Integrationsbüro, Vermittlungsstelle für Sozialwohnungen und Antragsannahme für Wohngeld, Nachbarschaftshaus und Stadtteilarbeit sowie ÖPNV. Anfang des Jahres 2020 kam der Bereich der Unterbringung von geflüchteten oder obdachlos gewordenen Menschen neu hinzu.

Nachbarschaftshaus Seligenstadt-Nord
Das Nachbarschaftshaus mit seinen Büros Am Hasenpfad 31 musste ab März 2020 aufgrund der Pandemie für Veranstaltungen, Gruppen und private Nutzungen geschlossen bleiben. Viele Angebote wie Sommerferienspiele, der offene Jugendtreff, der interkulturelle Begegnungstreff Culcha Club, das Stadtteilfest sowie Gruppenar-beit und Beratungen konnten nicht in gewohnter Form stattfinden.

Dennoch blieb und bleibt das Haus eine wichtige Anlaufstelle für Menschen aus dem Stadtteil und darüber hinaus. Die regelmäßigen Beratungsangebote des Stadtteilbüros - wie Rentenberatung oder die Suchtberatung des Kreises Offenbach – finden derzeit telefonisch statt. Persönliche Vorsprachen bei den städtischen Mitarbeiter*innen sind nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung möglich. 

Einige Schwerpunkte der Arbeit des Amtes für soziale Infrastruktur im Jahr 2020

Kinder- und Jugendbüro
• Projekt „Chance für einen besseren Schulabschluss“
Dreimal wöchentlich haben Jugendliche ab der 5. Klasse aller Schulzweige im Nachbarschaftshaus die Möglichkeit, Hausaufgaben, Referate und Schulvorberei-tungen mit Unterstützung zu erledigen. Mit dem Lockdown im März suchte das Kinder- und Jugendbüro regelmäßig den telefonischen Kontakt zu den Schüler*in-nen und deren Eltern. Wo möglich, bot das Team ein Telefon- oder Online-Coaching an. Da nicht alle Schüler*innen mit Home-Schooling und Online-Ange-boten gut zurechtkamen, wurde das Projekt Mitte Juni mit einem neuen Konzept wieder aufgenommen: Die Jugendlichen konnten sich für feste Gruppen anmelden und unter strikter Einhaltung der AHAL-Regeln im Nachbarschaftshaus ihre Haus-aufgaben machen – ein Angebot, das sehr gut angenommen wurde. Zusätzlich fin-det für die 10. Klasse der Kreuzburg-Schule ein gemeinsamer Lern-Zirkel statt. Aktuell sind ca. 20 Jugendliche in festen Gruppen angemeldet.

• „Jugendetage“ im Nachbarschaftshaus
Auch der regelmäßig angebotene Offene Jugendtreff (JUZ), der Mädchentreff „Girls only“ sowie der Jungstag „Babo Day“ konnten 2020 nicht regulär stattfinden. Um den Kontakt zu den Jugendlichen zu halten, wurde daher ein Konzept zur „digitalen Jugendarbeit“ umgesetzt: Im April ging das Kinder- und Jugendbüro auf der Social Media Plattform „Instagram“ (@juz_seligenstadt) online – mit Informationen über aktuelle Corona-Maßnahmen, Quiz-Runden und Challenges oder Gesprächs- & Fragerunden. Die Instagram-Seite findet unter Jugendlichen hohen Zuspruch, im Dezember erreichte der Kanal bereits um die 100 Follower. Ab Mai wurde das Angebot zudem auf ein „digitales JuZ“ ausgeweitet. Mittels der App „Zoom“ konnten die Jugendlichen mit der zuständigen pädagogischen Fachkraft über Probleme und Anliegen sprechen. Das Online-JUZ soll so lange weitergeführt werden, bis die Jugendetage wieder öffnen kann.

• Ferienspiele
Für die Sommerferien starteten das Kinder- und Jugendbüro, die TuS Froschhau-sen, die evangelische Kirchengemeinde, das Team des Basilika-Zeltlagers und das Zeltlagerteam von St. Marien spontan eine gemeinsame Aktion: In kürzester Zeit wurden rund 100 Angebote für Kinder ab sechs Jahren für den gesamten Zeitraum der Sommerferien im Juli und August geplant. Bei der Durchführung im Freien wurde auf Kleingruppen mit maximal 20 Kindern und die Einhaltung der geltenden Hygiene-Bestimmung geachtet. An den Sommerferien-Angeboten nahmen rund 200 Kinder teil. Gerade noch stattfinden konnte im Januar das beliebte Spiele-Event „S(pi)eligenstadt“, ein Gemeinschaftsprojekt des städtischen Kinder- und Jugendbüros, des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend Seligenstadt, der Katholischen Jugendzentrale Offenbach-Land, des Kinderclubs im evangeli-schen Gemeindezentrum und der Evangelischen Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen. An vier Tagen bespielten tausende Besucher rund 700 Gesell-schaftsspiele.

• Jugendbeirat
Eine große Herausforderung stellte die Jugendbeiratswahl im November dar. Neue Möglichkeiten für die Wahlwerbung mussten gefunden werden, da der Besuch von Schulen oder Jugendveranstaltungen nicht mehr umsetzbar war. Kurzerhand wurde die Instagram-Seite des Jugendbeirats (@jugendbeiratseligenstadt) zur Akquise und Vorstellung der Kandidat*innen genutzt. Die Wahl selbst wurde zum wiederholten Male online durchgeführt und hat mit einer guten Beteiligung von 12,1 Prozent gezeigt, dass digitale Formate bei jungen Leuten ankommen. Insgesamt kandidierten jedoch nur 6 Jugendliche - ein Zeichen dafür, dass über persönliche An-sprache erfolgreicher für ein Mitmachen im Jugendbeirat geworben werden kann als rein digital.
Weiter geführt wurde das Projekt „Notinsel“, über das mit einem kostenfreien Hausaufgabenheft für Grund- und Förderschüler erneut aufmerksam gemacht wurde. Zusätzlich gab es in dem Kontext eine Kinderschutz-Schulung für hauptamtliche pädagogische Fachkräfte.

Integrationsbüro
• Projekt „Zusammen.Leben.Seligenstadt
Die Broschüre „Integration- und Vielfaltsstrategie für Seligenstadt“ entstand. Sie liegt als Druckversion zum kostenfreien Mitnehmen aus und kann online gelesen werden (www.seligenstadt.de)

• Sozialpädagogische Unterstützung
Die sozialpädagogische Unterstützung und Beratung von Menschen mit Fluchthintergrund gestalteten sich 2020 ebenfalls schwierig. Eine ganze Reihe von Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten brachen weg. Es galt, in enger Zusammenarbeit mit relevanten Institutionen, Behörden, Vereinen, Organisationen und Gruppen geeignete Projekte und Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern zu entwickeln, zu organisieren und zu fördern.

• Angebote und Veranstaltungen
o „Einfach kommen, sich mit anderen Menschen treffen, die neu erworbene Sprache üben und vertiefen, gemeinsam Freizeit gestalten, über alltägliche Themen und Erlebnisse diskutieren oder auch sich Rat holen“ – das ist die Idee, die hinter dem wöchentlichen interkulturellen Treffangebot „Culcha Club“ steht. Und auch hier war im Jahr 2020 Flexibilität gefragt - solange die Temperaturen es zuließen, fand das Angebot im Freien auf dem Ferien-spielegelände an der Zellhäuser Straße statt.

o In den Sommerferien gab es in Kooperation mit der Kirche des Nazareners ein Ferienangebot, zu dem die Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften der Umgebung gezielt eingeladen wurden.

Vermittlungsstelle Sozialwohnungen
Bürgerinnen und Bürger aus Seligenstadt, die aufgrund ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse für öffentlich geförderte Wohnungen wohnberechtigt sind und demzufolge Anspruch auf eine Wohnberechtigungsbescheinigung haben, können sich als Wohnungssuchende für eine öffentlich geförderte Sozial- oder Seniorenwohnung bewerben und vormerken lassen. Im vergangenen Jahr wurden 18 Sozialwoh-nungen als frei gemeldet und konnten rasch neu vermittelt werden. Demgegenüber stand die Zahl von ca. 200 Wohnungssuchenden auf der Warteliste, für die leider noch kein Wohnungsangebot gemacht werden konnte. Bei der Wohnungsvermittlungsstelle im Nachbarschaftshaus können Anträge zur Vermittlung einer Sozialwohnung gestellt werden. Auch werden hier Anträge auf Wohngeld bzw. auf Lastenzuschuss (Wohngeld für Hauseigentümer) zur Weiterleitung an die Kreisverwaltung in Dietzenbach entgegengenommen.

Pressemitteilung der Stadt Seligenstadt Nr. 7919

 

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